Bürgerwindrad in Kammerberg
Isen / Kammerberg – Zusammen mit mehr als 50 Interessierten aus dem ganzen Landkreis haben wir uns am 7. Februar 2026 auf den Weg zum Bürgerwindrad Kammerberg, Ldkr. Freising gemacht.
Außergewühnlich war auch schon die Anreise: Wir fuhren mit dem E-Reisebus der Firma Scharf, nach eigenen Angaben der erste elektrische Fernreisebus Deutschlandweit.
Am Standort in Kammerberg angekommen, begrüßte uns Andreas Henze, der erste Vorstand der Bürgerenergie-Genossenschaft Freising. Er zeigte sich besonders erfreut darüber, dass die Gruppe, ganz im Sinne der Energiewende, mit einem E-Bus angereist war.
Das Bürgerwindrad steht bereits seit 2015 bei Kammerberg und ist mit einer Leistung von rund 3 Megawatt eines der frühen Bürgerwindräder in der Region. Einer der Teilnehmer bemerkte überrascht, er habe erwartet, die Rotorblätter deutlich zu hören, tatsächlich sei es aber nahezu still gewesen.
Henze berichtete über die Geschichte der Genossenschaft, die 2013 gegründet wurde. In den Anfangsjahren sei alles ehrenamtlich gelaufen, getragen von viel Idealismus und Überzeugung. Der Weg zum ersten Windrad sei damals nicht leicht gewesen, auch wegen Widerständen vor Ort.
Heute sei die Genossenschaft zu einem wichtigen Energie-Akteur im Landkreis Freising geworden. Sie kann ihren Mitgliedern eigenen, günstigeren Strom anbieten und betreibt das größte Ladenetz der Region. Weitere moderne Windräder mit bis zu 6 MW Leistung werden von den Freisingern derzeit in Jesenwang und Hohenkammern umgesetzt , wobei der Bau für 2027 geplant ist.
Es gäbe jetzt kaum noch Proteste bei den geplanten, neuen Projekten. Henze betonte dabei mehrfach, wie wichtig Transparenz, Information und Unterstützung durch die Kommunalpolitik sei. Nur wenn die Menschen früh mitgenommen würden, etwa durch Infoveranstaltungen und solche Besichtigungen könne Akzeptanz entstehen.
Mit dabei auf der Fahrt waren auch die amtierende Isener Bürgermeisterin Irmi Hibler sowie der Isener Bürgermeisterkandidat Tobias Steiner. Beide nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Später sagte der CSU-Mann, es sei gut gewesen, mitzufahren, denn die Eindrücke hätten ihm viel gebracht.
Im Anschluss ging es für uns ins Innere des Windrads. Dort konnten Aufzug, Technik und Aufbau besichtigt werden.
Auch viele Fragen konnte Henze beantworten: unter anderem zur Länge der Rotorblätter, zur Höhe der Anlage und zum Fundament, das nur rund 3,50 Meter tief ist und als sogenanntes Hohlfundament gebaut, was einige der Teilnehmenden überraschte.
Wir erfuhren, dass das Windrad in den meisten Jahren deutlich mehr Strom geliefert habe als ursprünglich erwartet.
Die positive resonanz und die hohe beteiligung motiviert uns natürlich, auch zukünftig ähnliche Fahrten anzubieten, damit alle, auch Nicht-Mitglieder, sich vor Ort ein Bild von erneuerbarer Energie machen können.


